Ein faux pass und seine Folgen
Posted by admin | Posted in Bewerbung Vorbereitung | Posted on 10-03-2011
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Gefahr im Anzug! Über Geschmack lässt sich vielleicht streiten. Bei der Wahl Ihres Businessoutfits sollten Sie aber auch einige unmissverständliche Regeln beachten.
Gestern Nachmittag habe ich im Studio einen BWL Studenten und zukünftigen Unternehmensberater fotografiert. Während ich die ersten Fotos von ihm machte, musste ich zwischendurch noch ein wenig an seiner Kleidung herumzupfen – mich störten ein paar Knitter und Beulen im Hemd.
Nachdem es uns gelungen war, das Ganze mit ein paar dezenten Handgriffen zu begradigen, fiel mir auf, dass der angehende Unternehmensberater ein nahezu perfekt sitzendes Sakko trug. Dann entstand (leider) ein folgenschwerer Dialog:
“Glückwunsch zu Ihrem Sakko. Das sitzt wie maßgeschneidert. An Ihrer Stelle würde ich es sofort kaufen.”
“Kaufen? Wie meinen Sie das?”
“Oh, Ich dachte sie hätten es sich nur fürs Bewerbungsfoto ausgeliehen.”
“Ja, ja, aber wie kommen Sie darauf?”
“Sie haben doch noch die Labelschilder an den Ärmeln.”
“Wie jetzt? Müssen die Schildchen ab?! Die waren doch drauf als ich das Teil gekauft habe!? ““
“Aber ja!”
“Klar, das dient aber doch nur zur besseren Orientierung im Geschäft oder im Schaufenster. Die Kunden sollen halt sozusagen auf den ersten Blick sehen, wer der Designer der Klamotte ist. Nach dem Kauf muss das Schild natürlich ab vom Ärmel.”
“Oh Gott, ist mir das peinlich!”
“Ach Quatsch, jetzt wissen sie es ja.”
“Das sagen Sie. Ich hatte schon drei Bewerbungsgespräche! “
“Wie, mit dem Sakko?
“Ja klar! Jetzt mal ganz ehrlich: Wie schlimm ist das?”
WIE BESCHREIBE ICH ES NOCH MAL AUF MEINER WEBSITE FÜR BEWERBUNGSFOTOS?
„Ein neugieriger aufgeweckter und vor allem positiver Blick in meine Kamera ist die Grundvoraussetzung für Erfolg bringende Bewerbungsportraits. Deshalb sollte jedes shooting immer in einer positiven Atmosphäre stattfinden.“
Keine Frage, meinem Kunden ist kleidungstechnisch ein eindeutiger faux pas unterlaufen. Er war regelrecht angeschlagen. Mit hochrotem Kopf schien er, während er versuchte sich aufs Fotografieren zu konzentrieren, im Gedanken bei seinen drei gescheiterten Vorstellungsgesprächen zu sein. Wahrscheinlich sah er sich noch mal seinen Personalern gegenüber sitzen. Ja, diese beiden flüchtig angenähten Designerschildchen an BEIDEN Ärmeln konnte niemand im Raum übersehen haben. Das war einfach nicht mehr zu kitten.
Mein sympathischer Kunde schimpfte mit sich selbst. Er war verlegen, wütend und verzweifelt zugleich.
Die Stimmung, die in diesen Minuten in meinem Studio herrschte, war das krasse Gegenteil von dem, was ich mir für unser bevorstehendes shooting wünschte. Es wäre aber übertrieben, das Ganze nun zu dramatisieren. Denn zuletzt ist es uns gelungen, unseren Portraittermin positiv zu gestalten. Worauf ich in meinem Beitrag hinaus will?
Ganz einfach. Ich stelle immer wieder fest, dass gerade Uni-Absolventen erhebliche Probleme haben, sich in Kleidungsfragen an berufs- bzw. branchenspezifische dresscodes zu orientieren.
Beim Erstellen eines Bewerbung- oder Businessfotos und bei Ihren Begegnungen mit Personalendscheidern, Vorgesetzten, Kunden und Kollegen im zukünftigen Berufsleben, spielt die Kleidung, die Sie tragen, aber nun mal eine entscheidende Rolle! Bei meinen Fototerminen mit Studenten mache ich regelmäßig die Erfahrung, dass viele Berufseinsteiger in Kleidungsfragen unzureichend informiert sind. Die logischen Konsequenz: Viele meiner Kunden sind alles andere als perfekt für den anstehenden Fototermin vorbereitet.
Mein Tipp: befassen Sie sich möglichst während Ihres Studiums umfassend mit dem Thema Businesskleidung!
Die Wahl Ihrer „Berufskleidung“ sollte sich am dresscode Ihrer Berufsbranche orientieren. Selbstverständlich müssen Ihnen alle Kleidungsstücke, die Sie tragen hervorragend – im Sinne Ihrer Konfektionsgröße – passen. Achten Sie zudem bei der Wahl Ihres Jacketts auf eine möglichst perfekte Passform. Ein Jackett, das nicht gut sitzt, wird immer als minderwertiges Kleidungsstück wahrgenommen – egal wie viel Geld Sie dafür ausgegeben haben.
Wenn es Ihnen gelingt in Kleidungsfragen überzeugend aufzutreten, erhöhen sich Ihre Chancen auf einen erfolgreichen Einstieg ins Berufsleben zu um ein Vielfaches!
Surtipp im web:
http://www.stilmagazin.com/




